Ein zentrales Anliegen der Kulturgeragogik ist es, Angebote zu entwickeln, die speziell Menschen in gesundheitlich vulnerablen Situationen ansprechen – zum Beispiel ein Kunstatelier für Menschen mit Demenz oder ein Tanzangebot für Menschen mit verminderter Beweglichkeit. Dazu ist die Zusammenarbeit mit dem Care-Sektor unabdingbar. Dort sind jedoch bereits seit Jahren Krisen und Versorgungslücken bekannt – was die kulturelle Teilhabe pflegebedürftiger älterer Menschen behindert. Denn: Steht die Pflege derart unter Druck, erscheint die kulturgeragogische Arbeit schnell als überflüssiges Beiwerk. Andere erkennen gerade in dieser Situation, wie die Kulturgeragogik zur Stärkung des Wohlbefindens und Miteinanders von Pflegebedürftigen, Pflegenden und Angehörigen beitragen kann.
Der Fachtag thematisiert Ambivalenzen der Sorge um das Alter(n) aus anthropologischer, sozialpolitischer und künstlerisch-kulturgeragogischer Perspektive:
- Was verstehen Kulturgeragog*innen unter einer gelingenden Care-Kultur?
- Was kann die Kulturelle Bildung im Alter zu einer neuen Kultur der Sorge und Pflege beitragen?
- Welchen Beitrag kann und will die Kulturgeragogik zum Pflegesystem leisten, wo grenzt sie sich ab?
- Welche Aufgaben übernehmen Kulturgeragog*innen im Rahmen von „Sorgenden Gemeinschaften“ im Sozialraum?
In Workshops werden erfolgreiche Beispiele kulturgeragogischer Praxis vorgestellt, die Mut machen, gemeinsam eine neue Kultur der Sorge und Pflege zu entwickeln. Die Keynote hält der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt, der aus anthropologischer und sozialpolitischer Perspektive über den Begriff der Sorge und die Entwicklung einer neuen Care-Kultur sprechen wird.
Fachliche Leitung: Almuth Fricke und Dr.in Miriam Haller, kubia
Ort: Die Tagung findet im Saal des jfc Medienzentrums im Seekabelhaus in Köln-Nippes statt. Im selben Gebäude befindet sich das kubia-Büro. Hier finden Sie Informationen zur Anreise. Nutzen Sie gerne den Dienst „Fahrpool“, um Mitfahrgelegenheiten für Ihre Anreise zu organisieren.